PROJEKTBERICHT

Verlagerung eines Produktionsbereichs von Vietnam nach Ungarn

Grossanlagenbau | Extrusionsanlage | Standortverlagerung

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Das Projekt in Stichworten:

  • Projektplan entwickelt und Lastenheft fĂĽr die Verlagerung erstellt
  • Ausbau der Produktion um 196 neue Produkte vorbereitet
  • Transport trotz angespannter Supply Chain erfolgreich bewältigt
  • Neuer Standort nimmt verbesserte Produktion mit kurzer Verzögerung auf

Ein europäischer Leiterhersteller hatte 2020 beschlossen, seine globale Produktion in Europa zu bündeln, um Kosten einzusparen und die Logistik zu vereinfachen. Dazu musste eine grosse Produktionsanlage, eine 180 Meter lange Aluminium-Extrusionsanlage von Vietnam nach Ungarn verlagert und mit zusätzlichen Werkzeugen aufgerüstet werden. Der heutige Interim Manager fungierte als Projektleiter für die Verlagerung und Aufrüstung der Extrusionsanlage.

Projektplan entwickelt und Lastenheft fĂĽr die Verlagerung erstellt

Im ersten Schritt entwickelte der Interim Manager einen detaillierten Plan für das auf 12 Monate angelegte Projekt. Mit Projektbeginn im Juli 2020 begann er umgehend damit, Umzugsunternehmen in Vietnam und Deutschland für die komplexe Produktionsverlagerung anzufragen. Er erstellte dazu ein Lastenheft, in dem die Umfänge detailliert beschrieben wurden. Zudem umfasste das Lastenheft Abnahmekriterien (OEE, Maschinenverfügbarkeit, Ausbringung, Rüstzeiten, etc.) für die Wiederinbetriebnahme der Extrusionsanlage in Ungarn. Aufgrund von Reiserestriktionen (Corona) mussten die deutschen Firmen von einem verbindlichen Angebot absehen. Der Interim Manager beauftragte daher ein Unternehmen aus Vietnam.

Ausbau der Produktion um 196 neue Produkte vorbereitet

Eine der grossen Herausforderungen bestand darin, während der Transportphase die Lieferfähigkeit des Auftraggebers aufrecht zu erhalten. Um die Lieferfähigkeit sicherzustellen, liess der Interim Manager in Absprache mit der Geschäftsführung den Bedarf für die 8-monatige Phase des Transports und Wiederaufbaus vorproduzieren.

Mit dem Wiederaufbau in Ungarn sollte das Produktionsportfolio ausserdem um 196 Produkte erweitert werden. Die dafür notwendigen Werkzeuge liess der Interim Manger in Vietnam beschaffen und noch vor dem Abbau der Extrusionslinie vor Ort vollständig validieren. Um den Anlauf der Anlage in Ungarn gut abzusichern, liess er die Anlage noch vor dem Abbau umfassend warten. Um für alle Eventualitäten gut gerüstet zu sein, liess er ausserdem ein Ersatzteilpaket beschaffen.

Transport trotz angespannter Supply Chain erfolgreich bewältigt

Durch die Corona-Pandemie war die globale Supply Chain sehr angespannt und die Beschaffung der Container äusserst schwierig. Der Transport der Anlage stellte sich daher als Nadelöhr für den Projektverlauf heraus. Durch das tagesgenaue Tracking der 52 Transportcontainer gelang es dem Interim Manager, die Planungen für den Wiederaufbau stets an den Transportfortschritt anzupassen.

Bereits vor dem Eintreffen der ersten Container in Ungarn hat er ein Expertenteam aus Vietnam (Anlagenbediener, Qualität, Wartung und Technologen) und Mitarbeiter vom Hersteller der Extrusionsanlage nach Ungarn geschickt, um die Infrastrukturmassnahmen in Ungarn zu überprüfen und gemeinsam den Aufbau zu unterstützen.

Auf diese Weise war der Produktionsstandort in Ungarn gut auf den Wiederaufbau vorbereitet. Für die Serienabnahme der Extrusionsanlage in Ungarn liess der Interim Manager zunächst die im Lastenheft festgelegten Produkte fertigen und validieren. Nachfolgend entwickelte er einen Plan, der die Reihenfolge der weiteren Werkzeugvalidierungen festlegte.

Neuer Standort nimmt verbesserte Produktion mit kurzer Verzögerung auf

Das Engagement des heutigen Interim Managers trug wesentlich dazu bei, dass die Serienproduktion am neuen Standort in Ungarn mit einer nur geringfügigen Verspätung beginnen konnte. Die Lieferfähigkeit war jederzeit sichergestellt. Das Unternehmen hat alle Ziele der Verlagerung erreicht. Zusätzlich konnten der Output gesteigert und die Ausschussrate reduziert werden. Ein sehr grosser Erfolg war auch der Know-how-Transfer von Vietnam nach Ungarn. Nunmehr hat das Unternehmen seine Kapazitäten in Europa gebündelt, kann wirtschaftlicher produzieren und hat kürzere Transportwege zu den Europäischen Produktionswerke.

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Marlise Stauffer Geschäftsführerin Swiss Interim GmbH

Marlise Stauffer

Geschäftsführerin

Claudia M. Christen, Senior Consultant. Swiss Interim GmbH

Claudia M. Christen

Senior Consultant